Grewer Industriedesign

Produktionsgerechtes Industriedesign

Kardex Megamat

Das klassische Credo „form follows function” gilt weiterhin – besonders im Industriedesign. Denn auch Firmen mit langjährig etablierten Maschinen und Geräten stehen unter einem hohen Kosten- und Innovationsdruck. Daher sind Designentwicklungen in diesem Bereich stets mehr als optisches Beiwerk. Gute Gestaltungslösungen lassen Produktfunktionen nachvollziehbar werden und unterstützen das Konstruktionskonzept der jeweiligen Investitionsgüter. Darüber hinaus wird erwartet, dass sich das Maschinendesign langfristig über Skaleneffekte amortisiert. Aus diesem Grund sollte es auch möglichst mit den bestehenden Fertigungs- und Montagemöglichkeiten umsetzbar sein. Diese vier Aspekte – Funktion, Produktion, Montage, und Kosten – stellen den Abstimmungskern mit dem Hersteller und die grundlegenden Parameter für den Designprozess dar.

Design aus Sicht des Herstellers

Aus Sicht meiner Auftraggeber ist Design zunächst erstmal ein Kostenfaktor. Daher muss für sie der Nutzen über Funktionsverbesserungen, Absatzsteigerungspotential und Endanwendervorteile klar erkennbar sein. Investitionen zur Umsetzung der Designentwicklung müssen auf ein Minimum reduziert bleiben. Entsprechend ist die Herausforderung, die erprobten Fertigungsmöglichkeiten durch das Design optimal auszunutzen. Über die so erreichte hohe Fertigungstiefe, ergibt sich ein in die Zukunft gerichtetes Optimierungspotential und damit ein zusätzlicher Nutzen für den Auftraggeber. Mit einer breiten Ausnutzung der technischen Möglichkeiten kann bei Bedarf zudem gezielt nachjustiert werden, wenn sich Anforderungen ändern sollten. Geschicktes Design forciert eine solche zukunftsorientierte Produktgestaltung.

In Bereichen, in denen Unternehmen auf Zulieferungen aus weiteren verarbeitenden Firmen angewiesen sind oder gar keine eigene Fertigung stattfindet, wird vermehrt auf eine flexible Lieferantenstrategie gesetzt. Diese sollte vom Design gestützt werden. Das bedeutet, dass eine bewusste Konzeption auf Standard-Fertigungsmöglichkeiten oder generell weit verbreitete Techniken setzt. Dadurch können Sonderlösungen und mitunter kostspielige Spezialanfertigungen vermieden werden, die Unternehmen in die Abhängigkeit von einzelnen, speziellen Fertigungsbetrieben bringen würden. Dies vermeidet außerdem Verzögerungen in der Lieferkette und bietet zusätzlichen Verhandlungsspielraum.

Sowohl bei der Neu- als auch der Weiterentwicklung von Industriemaschinen steht die Funktionalität im Mittelpunkt. Maschinenverkleidungen sind in erster Linie Schutzumhausungen, die die Nutzer vor Verletzungen schützen. Für die Hersteller ist es daher wichtig, über das Design diese Funktionalitäten zu unterstützen und für den Endanwender nachvollziehbar zu machen. Die Aufgabe für die Gestaltung von Investitionsgütern liegt darin, ihren Nutzen hervorzuheben, indem zum Beispiel ergonomische und wahrnehmungsspezifische Faktoren berücksichtigt werden. Eine durchdachte, nutzerorientierte Gestaltung kann hier der entscheidende Faktor sein, der ein Erfolgsprodukt ausmacht, dem vertraut wird.

Auch wichtig für die Auftraggeber ist der traditionelle Nutzen von Design: Die Wiedererkennbarkeit und optische Kompatibilität mit bestehenden Produktlinien. Auch dies kann für Kunden kaufentscheidend sein. Außerdem fördert die visuelle und konzeptionelle Anschlussfähigkeit, Kosten einzusparen da möglicherweise auch eine Gleichteilstrategie bei der Herstellung zum Zuge kommt.

Gestaltungsspielräume innerhalb der bestehenden Fertigungs- und Montagemöglichkeiten erkennen und optimal nutzen

In nicht unerheblichem Maße beeinflussen Fertigungs- und Montagereihenfolge, welche Gestaltungslösungen in Betracht kommen. Der Designer muss sich zum Beispiel sehr genau darauf einstellen, welche Abkant-Werkzeuge in der Blechverarbeitung zur Verfügung stehen und aus welchen Abkantungsschritten sich das fertig geformte Blechteil ergibt. Umsetzbar sollte dies mit den vorhandenen Produktionsmitteln sein. Der Schlüssel zu einer guten Integration der Lösungen in die bestehenden Prozesse, ist eine engagierte und fachlich gut fundierte Kommunikation zwischen Designer und Unternehmen. Dies gilt auch für die Abstimmung in Bezug auf die Montageschritte, die die Gestaltungsmöglichkeiten ebenfalls mitbestimmen. Im Idealfall vereinfacht das Design sogar zusätzlich den Aufbau.

Nicht nur die Produktionsgegebenheiten und die Montage müssen vom Designer durchdrungen werden, sondern mehr noch das Produkt. Die Kunst ist, die Konstruktion und die dahinterliegenden Gedanken so umfassend zu verstehen, dass Funktionsteile gestaltet werden können, die im Ergebnis auch die gewünschten Emotionen auslösen. Oft geforderte und in der Industrie zentrale Werte wie Stabilität, Verlässlichkeit, Schnelligkeit und Präzision sollen visuell transportiert werden. Dabei werden idealerweise gleichzeitig die Funktionalitäten verbessert. Nur: Was funktional ist muss nicht unbedingt anwenderfreundlich und intuitiv bedienbar sein. Aufgabe der Gestaltung ist es daher, den Endanwender immer im Blick zu behalten. Das Zusammenspiel zwischen Produktion und Außenwahrnehmung ist bei GREWER INDUSTRIEDESIGN im etablierten Designprozess enthalten, fließt mitunter in die Produktkonzeption ein und bietet den Herstellern damit zusätzlichen Mehrwert.

Ein gutes und fundiertes Verständnis der Konstruktion sowie der Herstellungs- und Montageprozesse spielt auch bei der Kosten-Kalkulation eine wichtige Rolle. Mit diesem Einfühlungsvermögen in die technischen Möglichkeiten können Investitionen in kostenintensive Spezialwerkzeuge oder Folgeverbundwerkzeuge für die Blechverarbeitung vermieden werden. Nachgelagerte finanzielle Verpflichtungen neuer Werkzeuge, beispielsweise die Schulung von Mitarbeitern oder die dauerhafte Lagerung, entfallen also.

Die gute Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Designer macht den Unterschied

Es lohnt sich also in einen guten Entwurf von einem erfahrenen Designer zu investieren, der all diese komplexen Zusammenhänge im Blick hat. Denn erst das Einbeziehen von Produktionsbedingungen und -prozessen, sowie der Montage und Produktfunktionalitäten erlaubt eine gelungene Gestaltung bei voller Kostenkontrolle.

Es ist wichtig, sich als Auftraggeber aktiv in den Gestaltungsprozess einzubringen und sich intensiv über die wichtigsten Parameter auszutauschen. Der Designer arbeitet immer im Sinne des Unternehmens und des Produkts, denn von deren Erfolg hängt auch sein eigener ab. Er ist ein betriebswirtschaftlich denkender und ernstzunehmender Partner, der erheblich zur Wertschöpfung beiträgt.

Sie kennen GEWER INDUSTRIEDESIGN als Unternehmen, das diesem Gestaltungsethos verpflichtet ist. Zahlreiche Projekte zeugen davon, wie Design und Produkt formvollendet, produktionsgerecht und kostenbewusst zusammengebracht wurden.

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